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Der Chater Aufgrund der besseren Lesbarkeit wird auf die männliche-weibliche Doppelform verzichtet; die weibliche Form ist jeweils mitgemeint.

Du ertappst einen Mitarbeiter, der sich über zu viel Arbeit beklagt, wiederholt beim Chaten auf Facebook.


Ganz wichtig dafür, dass Du den Mitarbeiter direkt darauf ansprechen kannst, ist die Tatsache, dass Du ihn beim Chaten auf Facebook selber wiederholt ertappt hast, und Dir das nicht hinter seinem Rücken von anderen Mitarbeitern berichtet wurde. Solche Berichte würden nämlich nicht genügen, um als Fakten zu gelten. Dann müsstest Du Dich schon selber davon durch Beobachten überzeugen.

 

Nun hast Du Dich ja selber davon überzeugt und bist vermutlich und menschlich verständlich erst einmal sauer: Da beklagt sich doch dieser Kerl über zu viel Arbeit, vertrödelt aber seine bezahlte Arbeitszeit mit Chaten auf Facebook. Was ist das nur für ein .... Und die Worte und inneren Bilder, die Dir jetzt in den Sinn kommen, sind wahrscheinlich wenig schmeichelhaft. Sie sagen etwas über Deine Beziehung zu dem Mitarbeiter aus, die durch Deiner Entdeckung getrübt wurde. Mal ehrlich: Du bist ihm böse und hast nicht die beste Meinung über seinen Charakter. Soweit so menschlich. Aber was machst Du jetzt als Führungsperson?

 

Unterscheide hier zwischen der Mensch-zu-Mensch-Beziehung einerseits und dem Sachthema Leistungsverhalten andererseits. Wenn Dich das widersprüchliche Mitarbeiter-Verhalten menschlich enttäuscht hat und Deine Wut im Bauch nicht verschwinden will, dann beginne das Gespräch mit einer ehrlichen - aber für die Person des Mitarbeiters offenen! - Mitteilung Deiner Enttäuschung, am besten in der Form einer sogenannten Ich-Botschaft. Beispielsweise so: „Ich bin ehrlich gesagt enttäuscht darüber, dass du dich über zu viel Arbeit beklagst und ich dich dann mehrmals beim Chaten auf Facebook ertappt habe.“ Oder so: „Nachdem ich Dich über zu viel Arbeit klagen gehört habe, war ich umso schockierter, dich wiederholt beim Chaten auf Facebook erwischen zu müssen“. Dann übergebe ihm das Wort und höre ihm offen, interessiert, einfühlsam zu. Vielleicht erfährst Du dabei etwas, wovon Du bisher keine Ahnung gehabt hast, etwas, was es Dir leichter macht, Deinem Mitarbeiter nicht mehr böse zu sein, und nach Lösungen zu suchen, die sein Verhalten ändern werden.

 

Bedenke gerade in dieser Phase des Gespräches, dass Deine hierarchische Überstellung und seine hierarchische Unterstellung nicht auf die Beziehung von Mensch zu Mensch übertragen werden darf. Insofern Ihr Menschen seid, Du und Dein Mitarbeiter, seid Ihr beide im Vollbesitz Eurer Menschenwürde. Und weil es hier darum geht, dass Du Dich von einem anderen Menschen getäuscht und deshalb von ihm enttäuscht fühlst, ist das Thema jetzt zunächst ein rein zwischenmenschliches, kein hierarchisches. Also interagiere mit dem Mitarbeiter auf Augenhöhe, von gleich zu gleich.

 

In einem nächsten Schritt gehe zusammen mit dem Mitarbeiter das Sachproblem aus der Perspektive des Unternehmens an, das Du als sein Chef vertrittst: Was bringt ein Mitarbeiter einem Unternehmen, der sich über zu viel Arbeit beklagt und gleichzeitig auf Facebook chatet? Das kann so natürlich nicht weitergehen.

Will man es ändern, muss man nach den Gründen dafür suchen. Die können vielfältigster Art sein, in der Arbeitssituation des Mitarbeiters liegen, Sorgen in seinem Privatleben oder Schwächen seines Charakters geschuldet sein. Jetzt geht es darum festzustellen, auf welche dieser Gründe Du als Führungskraft Einfluss nehmen kannst (z.B. seine derzeitige Arbeitssituation), auf welche dieser Gründe er selber Einfluss nehmen kann (z.B. an sich arbeiten), und auf welche weder Du noch er Einfluss nehmen können (z.B eine schwere Krise in seiner Ehe oder Familie). Ausgestattet mit einer solchen Analyse könnt Ihr, Du und Dein Mitarbeiter, gemeinsam Massnahmen beschliessen, die bewirken, dass es Dein Mitarbeiter nicht mehr nötig hat, sich über zu viel Arbeit zu beklagen und auf Facebook zu chaten.

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«Für Probleme und Herausforderungen zwischen Menschen gibt es keine Patentrezepte, die immer und überall genau gleich angewendet werden können. Warum? Weil jede Person einzigartig und jede Situation einmalig ist. Eine ehrliche und nützliche Antwort auf Deine Frage kann deshalb nur darin bestehen, Dich auf gewisse Dinge aufmerksam zu machen, Dir Vorschläge zu unterbreiten, Empfehlungen auszusprechen. Versuche bitte nicht, einen Vorschlag, was Du vielleicht wie sagen könntest, wörtlich, womöglich auswendig gelernt, eins zu eins umzusetzen! Das wäre zum Scheitern verurteilt, weil es nicht authentisch aus Deinem Munde kommt. Was immer Du sagst und wie Du etwas machst, muss echt sein und von Dir kommen, wenn es etwas Positives bewirken soll. Nimm meine Antworten also bitte als Anregungen, nicht als Anweisungen! Vielleicht bringt Dich das auf eigene, noch bessere Ideen. Du bist eine Führungs-Persönlichkeit, kein Führungs-Roboter!»
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